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Gustl Müller-Dechent


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Homepage aktualisiert am 19. November 2016.


Viorica
Schenk den Wolken deine Träume


Buchcover: Viorica - Schenk den Wolken Deine Träume
Erstveröffentlichung: 2004
ISBN-10: 3-9809058-1-0
ISBN-13: 978-3-9809058-1-7



In den Ländern des Südens waren einmal Dörfer der Stille, der Geborgenheit, der guten Nachbarschaft und Hilfe. Sie waren am Fuße der Karpaten, in den Pyrenäen oder am Meer.
Die Menschen lebten dort wie in einer großen Familie, hatten ihr täglich Brot, waren nicht arm, nicht reich. Schlecht ging es ihnen nur dort, wo das Land den Bojaren gehörte, wo sie geknechtet wurden, bis die Empörung der Unterdrückten zu Hass, Gewalt und Rebellion wurde.
Diese Dörfer gibt es nicht mehr. Sie wurden für die Industrie, für Wohnblocks und Touristenanlagen betoniert. Die Menschen wurden in alle Welt verstreut. Es ist lange her, dass ich mit ihnen vor ihren Hütten oder in einer Weinschänke saß und Geschichten anhörte von ihrem Leben, ihrer Arbeit, ihren Freuden und Wünschen, ihrer Sehnsucht. Und ihrer Liebe!
Mein Dank an sie kommt zu spät; er wird niemand mehr finden.



 Wie diese Sammlung von Erzählungen entstand:

Im Frühjahr 1934 bestieg ich mit einem Freund, der jetzt am Ufer des Ladogasees ruht, nach einer kurzen Volontärzeit bei einer Münchner Zeitung den Zug nach Lyon, um das Glück in der Welt zu suchen. Es war die schönste Zeit meines Lebens, aber auch die Zeit der größten Entbehrungen. Wir beiden Achtzehnjährigen verdienten unseren Lebensunterhalt in den Weinfeldern Südfrankreichs, als Hafenarbeiter in Genua und Marseille und mit der Musik unserer zwei kleinen Akkordeons. Aber es hielt uns nirgends lange.
Nach einer Nachtfahrt im D-Zug begann der neue Tag in einem anderen Land: Rumänien.
In den Hütten eines vergessenen Dorfes fanden wir Ruhe und Frieden und junge Freunde. Dort wußten die Menschen nicht, was in der Welt draußen vorging, welches Unheil drohte.
In die Heimat zurückgekehrt, traf mich das Schicksal des jungen Jahrganges. Dienstpflicht, Krieg!
Als Soldat sah ich das rumänische Dorf wieder. Die Hütten waren zerstört, die Felder verwüstet. Es war ein schmerzliches Wiedersehen. In einem Lazarettzug bei Torgau erlebte ich das bittere Ende in der Gefangenschaft.
Nun bin ich heimgekehrt von den Straßen des Friedens und des Krieges und fange von vorne an.
Und aller Anfang ist schwer.



 Inhaltsverzeichnis

Zu diesen Erzählungen

Viorica

Die Braut des Fischers

Paparuda - öffne die Schleusen des Himmels

Der Traum der Sabrina

Der Mann aus der Fremde

Das Gesetz der Schäfer

Regina über den Wolken

Brautraub

Den Segen hast du, Petre!

Ostereier für Grigore

Lenuzza te iubesc



 Pressestimmen

(zu bereits früher veröffentlichten einzelnen Erzählungen aus diesem Buch)
»... da wird geschildert, und das ist gut so; denn es wird g u t geschildert. ... Fruchtbarkeit und Dürre, Liebe und Tod, Würde des geschundenen und Machtwut des schindenden Menschen entsprechen und verflechten sich.
... Das alles ist in der einfachen, offenen und dem Gegenstand nicht knapp und nicht weit, sondern richtig ansitzenden Stilart geschrieben;
... Zur Besinnung auf die paar einfältigen, sachlichen und tiefen Wahrheiten dieses rumänischen wie vermutlich jedes bäurischen Lebens.«
Herrmann Mostar

»... Es ist bewundernswert, wie gut der Verfasser das Leben in den entlegenen Dörfern des Landes erfasst hat, wie sehr er sich in die Stimmung der Menschen versetzte, die dort den Schicksalsstürmen ausgesetzt sind.
Liebe und Leidenschaft, dazu der Kampf um das tägliche Brot, - es sind bewegende, oft zu Herzen greifende Geschichten, die wahr sind. Sie konnten nur geschrieben werden, wenn man selbst viele Monate mit den Menschen dort lebte, darbte, liebte. Und kämpfte.«
Bukarester Woche (deutschsprachige Ausgabe)

»... Aus den zunächst nur nebeneinander ausgearbeiteten Szenen rumänischen Dorflebens sammelt sich allmählich eine Handlung, sie wird dichter und am Ende zur Wucht einer wirklichen Tragödie gesteigert. Der Ausgang ist nicht finster, sondern friedlich.
Die österliche Macht der Verzeihung wird Sieger über die unerlöste Drangsal des Blutes. Der Konflikt vollzieht seine Tragik bis zum Ende, und erst nachdem alles verloren war, wird alles gewonnen.«
Stimmen der Zeit (73. Jhg., 4. Heft, 141. Band)