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Gustl Müller-Dechent


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Homepage aktualisiert am 19. November 2016.


Widerstand in München
Die Vergessenen


Buchcover: Widerstand in München - Die Vergessenen. Buchdokument eines Zeitzeugen über einfache Frauen und Männer gegen NS-Diktatur und Krieg
Erstveröffentlichung: 2004
Aktuell ist die 3. erweiterte Auflage 2011
ISBN: 3-9809058-2-9 bzw.ISBN-13: 978-3-9809058-2-4


 Buchtext Einbandrückseite:


Fanal des Widerstands

Es war eine Schicksalsstunde Deutschlands.
Die Männer des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold waren bereit das Gewerkschaftshaus in München zu verteidigen. Sie hatten Gewehre und ein Maschinengewehr, das auf die anrückende bewaffnete SA, die Sturmabteilung Hitlers, gerichtet war.

Doch da rief Erhard Auer, der Vorsitzende der bayerischen SPD, im Gewerkschaftshaus an, man solle keinen Widerstand leisten, das Innenministerium habe zugesagt, Polizeischutz zu schicken. Zu Freunden soll Auer gesagt haben: »Ich weiß aus sicherer Quelle, dass die bayerische Polizei den Nationalsozialisten, wenn sie zur Gewalt greifen, einen 'warmen Empfang' bereiten wird«.

Doch die Polizisten prügelten auf die überraschten Gewerkschafter ein. Und zusammen mit der SA auch auf die Jungsozialisten in der Nähe des Hauses, die vor dieser Übermacht die Flucht ergreifen mussten.

Einige der Reichsbannerleute äußerten später die Überzeugung:
»Hätten wir der SA Widerstand geleistet, wäre das ein Fanal für ganz Deutschland gewesen. Zum Aufstand gegen Hitler und seine Horden. Dann wäre alles anders gekommen«.

Auch der Sturm auf das Gewerkschaftshaus wird in diesem Buch geschildert.
Aber vor allem schildert dieses Buch den tapferen Widerstand von einfachen Frauen und Männern in München, von denen vielen nicht gedankt wurde, weil man sie vergessen hatte ...




 Inhaltsverzeichnis


Dieses Buch hat eine Geschichte

Tage, die Deutschland ins Unglück stürzten

Die weiße Rose

Sturm auf das Gewerkschaftshaus

Der Aufbruchkreis

Die Frau und der Mann in der Kammer

Das Judenpogrom in München

Die Glocken mussten läuten

Antinazistische Deutsche Volksfront

Grüne Oliven und nackte Berge

Der 20. Juli 1944

Die Partei der Anständigen

Die Königstreuen

Brüderliche Vereinigung der Kriegsgefangenen

Die Roten Rebellen

Die Bibelforscher

Die Antifaschistische Studentengruppe

Das Konkordat, Kardinal Faulhaber, Pater R. Mayer

Die Widerstandsgruppe 07

Freiheitsaktion Bayern

Kapitulation

Solidarität unter den Gefangenen

Um eines bitte ich

Das andere München

Dokumente

Über den Autor



 Dieses Buch hat eine Geschichte


Kurz nach Kriegsende 1945 wurde mein erster Bericht über den Widerstand in München geschrieben. Mit Widerstandskämpfern aller Richtungen habe ich gesprochen, mit Überlebenden der Konzentrationslager und mit den Angehörigen von zum Tode Verurteilten. Einige von ihnen stellten mir Dokumente zur Verfügung. Es waren vergilbte Fotos, Aufzeichnungen, Notizen, Flugblätter und andere Schriften, Urteile des Volksgerichtshofes im Original und Abschiedsbriefe aus Zuchthäusern und Konzentrationslagern.

Die Berichte und die gesamte Dokumentation legte ich der Redaktion der »Neue Zeitung«, dem deutschsprachigen Organ der amerikanischen Besatzungsmacht in München vor. Diese zeigte lebhaftes Interesse und sagte eine baldige Veröffentlichung zu. Ein amerikanischer Redakteur nahm das Originalmaterial an sich.

Meine Nachfrage einige Wochen später ergab, dass der betreffende Redakteur nicht mehr bei der Zeitung sei. Er habe sich zurück in die USA verabschiedet. Man wisse weder von dem Manuskript, noch von dem jetzigen Aufenthalt des Redakteurs.
In einem Haus in der Widenmayerstraße trafen sich jede Woche Journalisten, Schriftsteller, bildende Künstler. So Werner Friedmann, Karl Feuerer, Gunter Groll, die Kunstmaler Heinzinger und Rossbach, Dramaturgen und Regisseure, Erich Kästner, H. Lorenz. Alle waren Gegner des NS-Regimes. Dort wurde die Vermutung geäußert, der Bericht über den Widerstand sei von Deutschlandgegnern in den USA verhindert worden. Er hätte vielleicht Verständnis für einen Teil der Deutschen hervorgerufen, vor allem hinsichtlich der anstehenden Lebensmittellieferungen und die der amerikanischen Hilfsorganisationen.

Der erste aktuelle und umfangreiche Bericht mit den vielen Originaldokumenten tauchte nie mehr auf. Erst vor einigen Monaten sind in alten Umzugskisten Kopien und Durchschriften gefunden worden. Leider manchmal unvollständig bzw. mit völlig unlesbar gewordenen Papierseiten (die Papierqualität war gegen Ende des 2. Weltkriegs und kurz nach dem Kriegsende sehr schlecht). Lücken habe ich, wenn möglich, aus meiner Erinnerung als Zeitzeuge ergänzt. Dennoch soll dieses Buch in seiner Urkonzeption erscheinen, auch wenn Chronisten im Laufe der Jahre auf neue Namen stießen, Ereignisse anders dargestellt und teils abweichende Datumsangaben veröffentlicht wurden. Manches war eben kurz nach Kriegsende nicht so breit bekannt. Originaltexte habe ich in eigenem Schriftbild, ähnlich Schreibmaschinenschrift, wiedergegeben. So exakt wie sie eben noch restaurier- und lesbar waren, mit allen vorhandenen Stil-, Rechtschreib- und Grammatikeigenheiten. Schreibmaschinenschrift war damals eine sehr häufige Form der Druckschriften aus dem Widerstand.




Gustl Müller-Dechent wurde 1915 in München geboren. Er war Vorsitzender der SAJ München-Süd. Ab 1933 war er in der Widerstandsbewegung gegen den Faschismus tätig. Wegen politischer Vergehen kam er in der Nazizeit in Haft.



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